Statt Gold zu erfinden, schlug die Geburtsstunde des Porzellans. Tschirnhaus entwickelte hierfür einige Brennspiegel, die zur Erreichung der hohen Temperaturen dienten. Im Oktober 1708 fertigte er noch einen Porzellanbecher. Nach von Tschirnhaus Tod (11.10.1708) führte Böttger die Porzellanforschung fort. 1709 gelang ihm die Herstellung eines roten Steinzeugs, das nach ihm "Böttger-Steinzeug" genannt wurde.

Der Wunsch, Porzellan zu besitzen, wurde aus-
gelöst durch Schalen, Vasen und Dosen, die Marko Polo im 13. Jahrhundert
von seinen Reisen aus China mitbrachte. Die Geschichte des europäischen
Porzellans beginnt mit der Entdeckung der Herstellungsmethode durch Ehrenfried
Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und Johann Friedrich Böttger. Von
Tschirnhaus gelang es, nach jahrelangen Versuchen in seinem Schmelztiegel
das erste Stück weißes Hartporzellan herzustellen. Vor- ausgegangen
waren die Bemühungen Böttgers auf der Albrechtsburg bei Meißen
auf Geheiß August des Starken, dem Kurfürst von Sachsen und König
von Polen, Gold herzustellen.