Die ab 1895 gestiegene Nachfrage bewirkte wieder
einen konstanten Umsatz bei erhöhtem Output und guter Auslastung der
Betriebe. Die Preise sanken bei wachsendem Output.. Die nachfolgenden gestiegenen
Rohstoffpreise mussten weiter durch Verbesserung der Produktionstechnologien
kompensiert werden.
Rationellere Verfahren und eine Mechanisierung der Veredelung gelang erst
im 20. Jahrhundert. Im Jahre 1897 war die Porzellanindustrie bei niedrigen
Preisen voll ausgelastet. Kostete ein Teller Mitte 1880 noch 2,80 Mark, ging
der Preis auf 2,60 Mark zurück und lag 1897 nur noch bei 2,40 Mark. Die
erhöhte Nachfrage machte Betriebserweiterungen notwendig. Die Technik
wurde inzwischen verbessert, jedoch wurden die eingesparten Fertigungskosten
durch höhere Rohstoffpreise wett gemacht, so dass die Herstellkosten
gleich blieben. Das verminderte den Gewinn. Die Rentabilität nahm in
diesen Jahren um 15% ab.
Durch die zwingend notwendige Erweiterung des Absatzgebietes in das Ausland
mussten Zusatzleistungen der Unternehmen hingenommen werden, die vor dem Auftreten
der harten Konkurrenz nicht erbracht werden mussten: Die Frachtkosten für
die Rücksendung auch von unberechtigt reklamierter Ware und die Kosten
für die Ersatzsendung mussten von den Unternehmen übernommen werden.
Betrachtet man um die Jahrhundertwende die letzten Exportsteigerungen, so
kann es als erwiesen angesehen werden, dass die deutsche feinkeramische Industrie
aufgrund ihrer industriellen Entwicklung mindestens mit der Hälfte ihrer
gesamten Produktion auf den Weltmarkt angewiesen war und dass gerade die hochwertigen
Erzeugnisse ohne den Export einen annähernd ausreichenden Absatz nicht
finden würden.